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Wöchentlicher Themenblog

Persönlicher Traumplan

Wenn ich könnte, wäre ich wie die meisten anderen Menschen: Ich packe meinen Koffer und ich packe ein – einen Traummann, ein Kind und einen halbwegs anständigen Beruf; einen Garten und ein Haus, Gesundheit und eine große, glückliche Familie.

Gut, dass es schon am Traummann scheitert. Da scheitere ich nämlich in der Folge oftmals an mir selbst. Und was machst du, wenn dir einer deiner größten Träume unerfüllt bleibt?

Sich an den kleinen Träumen erfreuen! Glück liegt vielleicht nicht auf der Straße, aber bestimmt auch nicht in unhaltbaren Erwartungen. Heute Abend gehe ich aus. Ich gehe zu den Enthusiasten und ich esse vorher bei einer bekannten Fastfoodkette zu Abendbrot. Mit einer Freundin und nicht mit Mutti. Das ist doch die Erfüllung aller Kindheitsträume!

Persönliche Traumpläne ändern sich also. Was ich vor fünf Jahren wollte und vor zehn ist von meinen jetzigen Wünschen so verschieden, dass ich mir nicht sicher bin, wer ich in fünf Jahren sein werde und da schnell zu heiraten, sollte ein befremdlicher Gedanke und kein Plan sein.

Ich packe also meinen Koffer und packe ein: mich selbst, einen funktionierenden Geist und Kommunikationsmöglichkeiten.

Denn auf eines will und kann ich inzwischen nicht mehr verzichten: meine Ausdrucksfähigkeit und meine Mitteilungs- und Austauschmöglichkeiten mit anderen. Ich will die Freundschaften nicht missen, die sich täglich verändern und in ihrer Gesamtheit doch stabil bleiben. Ich will spüren, wie das, was ich tue, andere erreicht und wenn es nur ein paar schöne Zeilen sind.

Meine bestehende Familie packe ich auch ein. An der erkenne ich zurzeit, was ein griechischer Philosoph meinte, der sagte, unter Freunden sei keine Gerechtigkeit nötig, wohl aber träfe man unter Freunden die höchste Gerechtigkeit an. Nichts aufzuwiegen, die anderen in ihrer Schwierigkeit zu akzeptieren und zu unterstützen, Dasein ohne Forderung.

Keine Pläne können das ermöglichen, ja, mit ihrer Erwartungsstellung können sie uns meist nur enttäuschen. Es geschieht nicht das, was ich will, das macht mich traurig. Aber um das nicht zu verpassen, was geschieht, das ebenso großartig, aber unverlangt ist, muss das Herz offen und frei sein. Das ist vielleicht ein Plan, der mir bleibt. Und wenn dies die beste aller möglichen Welten ist, wünsche ich mir, dass dies der beste aller möglichen Pläne ist.

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Über lydigoesbritish

Right. Myself. Still searching, wandering wondering, beloved and neglected. Actually, I do smile a lot, love philosophy, linguistics and ice-cream. I enjoy cooking, watching films and being with friends. I've tried telling jokes but as that didn't work I decided to start blogging in a creative way. Which is just about every way I could possibly wander on in my imagination.

Diskussionen

2 Gedanken zu “Persönlicher Traumplan

  1. Ich habe mir deine Frage „Und was machst du, wenn dir einer deiner größten Träume unerfüllt bleibt?“ mal zum Anlass genommen und selbst was kleines dazu geschrieben.

    http://start-at.de/blog/index.php?id=4

    Verfasst von Aron | September 16, 2010, 11:12 pm

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  1. Pingback: Perle im Fluss… « Katzenträume - September 27, 2010

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